Ist Ihnen Nach­haltig­keit wichtig?

Die eigene Geldanlage kann ein entscheidender Hebel zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen, wie Klimawandel, extreme Armut oder Artensterben sein. Als nicht-kommerzielle Plattform hilft Ihnen MeinFairMögen daher, Nachhaltigkeit in Zukunft besser bei der Geldanlage berücksichtigen zu können. Versprochen: hier wird nichts verkauft!

 "Nachhaltige Geldanlagen ergänzen die klassischen Kriterien der Rentabilität, Liquidität und Sicherheit um ökologische, soziale und ethische Bewertungspunkte."

Forum Nachhaltige Geldanlage (FNG)


„Nachhaltige Geldanlage“ ist die allgemeine Bezeichnung für Finanzanlagen, bei denen Aspekte in den Bereichen Umwelt, Soziales und/oder Unternehmensführung mitberücksichtigt werden. Im englischen Sprachraum spricht man von den Bereichen Environmental, Social, Governance (ESG). Gemeint sind damit zum Beispiel Investitionen in Aktienfonds, bei denen etwa Unternehmen mit Verstößen gegen Menschenrechte ausgeschlossen und/oder eine transparente Bezahlung von Vorständen eingefordert werden.

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Es gibt eine Vielzahl solcher ESG Kriterien und unterschiedliche Anlageklassen (z.B. Fonds, Anleihen, Direktbeteiligungen), die diese Kriterien mit verschiedenen Strategien berücksichtigen. Allen gemeinsam ist jedoch, dass sie eine Anlagestrategie schriftlich vorweisen müssen, um formal als nachhaltige Geldanlage definiert werden zu können.

Weil die Formen nachhaltiger Geldanlagen so unterschiedlich sind, ist es wichtig, ein Investment immer individuell zu betrachten. Nur so kann man sicher sein, dass die Anlage zu den eigenen Zielen und Präferenzen passt. Auf MeinFairMögen finden Sie verschiedene Instrumente, die Ihnen dabei helfen.

Weitere praktische Hintergrundinformationen zu nachhaltigen Geldanlagen finden Sie unter:

 www.geld-bewegt.de

 

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Entdecken Sie Ihr Nachhaltigkeitsprofil

Fragebogen

Nutzen Sie unseren Fragebogen, um ein individuelles Nachhaltigkeitsprofil für die Geldanlage zu erhalten. Dieses Profil können Sie als Grundlage mit zu einem Beratungsgespräch bei einer Bank nehmen. Die herkömmliche Beratung beschränkt sich meist auf Finanzielles. Mit ihrem Nachhaltigkeitsprofil bringen Sie auch nicht-finanzielle Ziele ein. Solche konkret benannten nicht-finanziellen Anlageziele und Nachhaltigkeitspräferenzen müssen Anlageberater/innen verpflichtend berücksichtigen.

Zum Fragebogen

Vor einer Anlageberatung müssen Berater/innen mit Hilfe eines Fragebogens Informationen über eine/n Anleger/in sammeln. Das sind zum Beispiel solche über:  

  • über die Erfahrung und das Wissen über Finanzprodukte,
  • die Risikobereitschaft,
  • die Fähigkeit Verluste zu tragen,
  • sowie über die Anlageziele.

Auf dieser Grundlage kann ein geeignetes Finanzprodukt auf das Anlegerprofil abgestimmt werden. In der Vergangenheit bestand dieses Profil in der Regel meist nur aus der Risikoeinstellung und dem finanziellen Anlageziel, also wofür man Geld spart. So genannte nicht-finanzielle Ziele und Präferenzen wurden außen vorgelassen.

Das wird sich ändern: Mit dem neuen „Aktionsplan der EU-Kommission zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums" werden neue Anforderungen gestellt. Nicht-finanzielle Präferenzen von Anlegern, wie zum Beispiel zu Themen wie Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung, müssen zukünftig in der Anlageberatung erfragt werden.

Aus diesem Grund hat die 2° Investing Initiative gemeinsam mit Akteuren aus Finanzwirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft verschiedene Ansätze zur Integration der neuen Anforderungen in die Anlageberatung analysiert. Die Ergebnisse und Analysen aus dieser Arbeitsgruppe waren die Grundlage für die Entwicklung des Online-Fragebogens und des automatisierten Präferenzprofils, die Sie hier auf MeinFairMögen nutzen können.

Zum vollständigen Abschlussbericht der Arbeitsgruppe gelangen Sie hier.

Welches Ziel mit der Berücksichtigung nicht-finanzieller Themen verfolgt wird, ist ein kritischer Aspekt, der in die Eignungsbewertung einbezogen werden sollte. Das kann Auswirkungen z.B. auf die Anlageklassen oder Managementgebühren haben. Das Risiko von Fehlberatung, Fehlverkäufen und irreführenden Geschäftspraktiken wird so verringert.

Mit Hilfe des Online-Fragebogens soll geklärt werden, welches Ziel mit der Integration von Nachhaltigkeitspräferenzen in einer Anlageentscheidung verfolgt wird. Der Fragebogen hilft auch, Schwerpunkte bei den verschiedenen ESG-Themen (z.B. Klimaschutz, Menschenrechte oder Einhaltung internationaler Standards) zu setzen sowie die passende Anlagestrategie zu ermitteln. Das Ergebnis wird dann als PDF zur Verfügung gestellt. 

Aus Untersuchungen der 2° Investing Initiative geht hervor, dass sich die Ziele von Anlegern mit Nachhaltigkeitspäferenzen in drei Hauptkategorien aufteilen:

  • Investoren, die sich auf ESG-bezogene Risiken und Chancen konzentrieren ("Risk & Opportunities Focused Investors"): Diese Kategorie kommt einem finanziellen Anlageziel am nächsten. Investoren zielen darauf ab, finanzielle Risiken zu mindern und neue Chancen zum Profit aus einem ESG-Investment zu nutzen

  • Investoren konzentrieren sich auf die Vermeidung von ESG-bezogenen Themen ("Exclusion Focused Investors"): Diese Investoren wollen bestimmte Sektoren oder Aktivitäten meiden. Sie können mit dem Ausschluss oder Divestment nur indirekt auf ESG-Themen Einfluss ausüben (z.B. durch Reputationsschäden/anreize).   

  • Investoren, die sich darauf konzentrieren, eine direkte und messbare Wirkung in der Realwirtschaft auf ESG-bezogene Themen zu haben ("Impact Focused Investors"): Diese Investoren wollen durch ihre Anlagestrategie eine messbare Wirkung in der Realwirtschaft erzielen. Sie verlangen konkrete Nachweise darüber.

 

Im Rahmen der anlegergerechten Beratung werden Anlageberater/innen in Zukunft verpflichtet, neben den finanziellen auch die nicht-finanziellen Anlageziele zu erfragen und entsprechende Kapitalanlagen anzubieten. Privatanleger/innen können, z.B. mit Hilfe Ihres Nachhaltigkeitsprofils auf MeinFairMögen, Ihre sozialen, ökologischen oder ethischen Ziele und Präferenzen äußern.

Diese nicht-finanziellen Ziele und Präferenzen müssen nach konkreter Äußerung bei der Beratung der Kapitalanlage berücksichtigt werden. Eine Kapitalanlage zu empfehlen, welche nicht den Zielen des Kunden in dieser Hinsicht entspricht, kann zu einer Schadenersatzverpflichtung führen. Anleger/innen sind in jedem Fall unverzüglich davon zu unterrichten, wenn Anlageberater/innen keine – den genannten Zielen - entsprechende Kapitalanlage anbieten können.

Grundlage für diese Bestimmungen ist europäische Gesetzgebung. Im Rahmen ihres Aktionsplans zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums hat die EU Kommission unter anderem einen Gesetzesentwurf zur Änderung der Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID II) vorgelegt. Der Rechtsakt sieht vor, dass eine Bewertung von Anlegerpräferenzen in Bezug auf Umwelt, Soziales und Governance (ESG)-Themen als Teil der Geeignetheitsprüfung von Geldanlagen vor der Beratung durchgeführt werden muss.

Wie nachhaltig ist Ihr Fonds?

Fonds-Datenbank

Die Fonds-Datenbank kann mehrere Aufgaben für Sie erfüllen. Aus rund 8.000 europäischen Fonds können mit Filteroptionen, z.B. auf Grundlage Ihres individuellen Nachhaltigkeitsprofils, Fonds ermittelt werden, die einen Teil Ihrer Präferenzen entsprechen. Mit Hilfe einer Suchfunktion können Sie sich zudem auch über einzelne Fonds ausführlichere ESG-Informationen anzeigen lassen. Die angezeigten Fonds stellen jedoch in keinem Fall eine Kaufempfehlung dar.

Zur Fonds-Datenbank

Unsere Fondsdatenbank umfasst ESG-Informationen von über 8.000 Fonds und ist damit aktuell einer der größten nicht-kommerziellen Datenbanken ihrer Art. Die Filteranalysen basieren überwiegend auf Methoden der 2° Investing Initiative, wie zum Beispiel das Paris Agreement Capital Transition Assessment (PACTA), sowie der Nachhaltigkeits-Ratingagentur ISS ESG.

Mehr zur PACTA-Methode erfahren Sie hier.

Die Methode hinter dem Paris-Kompatibiltätsscore wurde von InfluenceMap mit technischer Unterstützung der 2° Investing Initiative entwickelt. Paris-Kompatibilität heißt in diesem Fall, dass die Produktionspläne der Firmen in einem Fonds im Durchschnitt bereits im Einklang mit den Zielen der Klimakonferenz von Paris stehen, die globale Erderwärmung auf bis zu 1,5 C° zu begrenzen. Es werden Unternehmen aus den Sektoren Stromversorgung, Öl-, Gas- und Kohleförderung, Stahl- und Zementproduzenten, Automobilherstellung, Schifffahrt und Fluglinien analysiert. Diese Wirtschaftsbereiche sind für eine Klima-Analyse besonders relevant, weil sie gemeinsam über 75% der globalen CO2-Emissionen verursachen. 

Mehr zum Paris-Kompatibilitätsscore erfahren Sie hier.

Wird ein spezieller Fonds gesucht oder sollen nach der Filterung der Datenbank einzelne Fonds genauer unter die Lupe genommen werden, kann jedes Fondsprofil aufgeklappt werden. Dann werden umfangreiche ESG-Informationen angezeigt. Während die Ampelfarben im Bereich "Klimaperformance" die heutige Klimaleistung einzelner Sektoren im Fonds symbolisieren, ist die Bewertung des „Paris-Kompatibilitätsscore“ auf die Zukunft gerichtet. Hierdurch kann geprüft werden, ob die energieintensivsten Unternehmen im Fonds heute im Einklang mit den Paris-Klimazielen stehen und/oder ob sie es in Zukunft sein werden. 

Der Paris-Score bezieht sich dabei auf die angekündigten Produktionspläne der energieintensivsten Unternehmen für die nächsten fünf Jahre, wie zum Beispiel der geplante Ausbau von Erneuerbaren Energien. Nur wenn die Unternehmenspläne in einem Fonds im Durchschnitt im Einklang mit den Zielen der Klimakonferenz von Paris stehen, die globale Erderwärmung auf bis zu 1,5 C° zu begrenzen, wird ein Fonds mit „grün“ bewertet.

Im Bereich "Kontroverse Unternehmensaktivitäten im Fonds" werden Aktivitäten in rot dargestellt, wenn mind. ein Unternehmen im Fonds damit in Verbindung gebracht wird. Die Daten über kontrovesere Unternehmensaktivitäten stammen hierbei überwiegend von der Nachhaltigkeits-Ratingagentur ISS ESG und zu einem kleinen Teil von dem Klimadatenanbieter Asset Resolution

Im unteren Bereich des Fondsprofils zeigt der "ESG-Performance Score" eine absolute ESG-Bewertung durch ISS ESG an. Unter "Zertifikate" werden gängige ESG Zertifikate und Labels für Fonds dargestellt. Die Darstellung der Zertifikate und der ESG Ratings stellen keine Garantie von MeinFairMögen für deren Qualität oder Richtigkeit dar. Die einzelnen Anbieter von ESG Ratings sowie Zertifikaten nutzen unterschiedliche Methoden, so dass sich Bewertungen oder Siegel-Vorraussetzungen zwischen den Anbietern zum Teil stark unterscheiden. Dies kann zu dem Ergebnis führen, dass ein Fonds von einem Anbieter sehr gut bewertet wird während der selbe Fonds von einem anderen Anbieter eine schlechte Bewertung erhält. Die eigenen Erwartung an die Ratings und Zertifikate sollten daher auf den jeweiligen Webseiten geprüft werden. Im Fall, dass Ihnen in der Fonds-Detailansicht unter "Transparenz-Profil" ein Link angezeigt wird, können Sie hierüber auf das FNG-Nachhaltigkeitsprofil des Fonds zugreifen. Hierüber können Sie vor allem wertvolle Informationen über die nachhaltige Anlagestragie des Fondsmanagements gewinnen. Das Transparenzprofil ist jedoch freiwillige und wird nicht durch Dritte überprüft.

Einige der im Fragebogen auf MeinFairMögen genannten Nachhaltigkeitskriterien können in der Fonds-Datenbank aktuell nicht abgebildet werden. Hier stehen aktuell keine Daten zur Verfügung. Dazu gehören einige Ausschlusskriterien, Wirkungsziele sowie die nachhaltigen Anlagestrategien der Fonds.

Die Indikatoren für die Negativfilter/kontroversen Aktivitäten in der Fondsdatenbank sind auf Basis der ISS ESG Daten maximal streng ausgelegt. Es wurde zudem ein 0% Toleranzniveau für Umsätze in den jeweiligen kontroversen Unternehmensaktivitäten gewählt. Es werden auf MeinFariMögen alle Aktivitäten berücksichtigt, die von ISS ESG analysiert werden. Dabei werden verschiedene Stufen der Wertschöpfung betrachtet, dies kann z.B. Dienstleistungen für die Verarbeitung, die Produktion oder den Vertrieb von Produkten umfassen. Ein Beispiel: Angenommen, dass ein Unternehmen in einem Fonds 1% seines Umsatzes mit der Produktion von Zigarettenschachteln und ein anderes Unternehmen 1% seines Umsatzes mit der Produktion von Sauerstoffmasken für die Luftwaffe erwirtschaften, dann werden in der Datenbank die Negativfilter/Kontroverse Aktivitäten "Suchtmittel (Tabak, Alkohol)" und "Waffen und/oder Rüstungsgüter" aktiviert. Fondsanbieter können einen anderen Umfang für den Ausschluss von kontroversen Aktiviäten definieren oder Daten über kontroverse Aktivitäten von unterschiedlichen ESG Ratinganbietern beziehen. Für Privatanleger*innen kann sich daher ein offener Dialog mit Fondsanbietern lohnen, um den Hintergrund der angegebenen Ausschlusskriterien (z.B. Toleranz für Umsatzschwellen oder Umfang der Kontroversen-Analyse) besser zu verstehen und zu prüfen, ob die Definition der Ausschlusskriterien den eigenen Erwartungen entsprechen.       

Wie die 2° Investing Initiative in mehreren Analysen aufgezeigt hat, ist bislang im Besonderen der Nachweis der Wirkung auf die Realwirtschaft durch Finanzprodukte ungenügend erbracht. Vermittler von Finanzprodukten stehen jedoch in der Verantwortung diesen Wirkungsnachweis zu erbringen, falls sie ihre Produkte mit diesem Versprechen bewerben. Weder von dem ISS ESG Performancescore, dem ISS ESG Prime Status noch Fund Rating auf MeinFairMögen kann daher auf die Nachhaltigkeitswirkung eines Fonds geschlossen werden.  

Es findet auf dieser Webseite keine Anlageberatung und keine Anlagevermittlung statt. Es werden keine Informationen über die Risikobereitschaft, das Anlageverhalten und die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Nutzers abgefragt, es findet auch keine Bewertung dieser Kriterien in irgendeiner Form statt. Eine Anlageberatung wird daher ausdrücklich nicht geleistet. Die vorliegende Webseite dient ausschließlich der Informationsgewinnung zu der Frage der Nachhaltigkeit von diversen Investmentfonds. Die Entscheidung über den Abschluss oder die Auflösung eines Vertrags liegt bei den Kleinanleger*innen. Sie sollten sich daher zu den Kosten, den Chancen sowie den Risiken eines Produktes genau erkundigen. 

Die Betreiber von MeinFairMögen.de haben die Informationen zu den aufgeführten Anlagen vom Emittenten bzw. von dritter Seite erhalten. Es wurde keine Prüfung auf die inhaltliche Richtigkeit und Aktualität der zur Verfügung gestellten Informationen durchgeführt. Es wird daher keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der hier zur Verfügung gestellten Informationen übernommen. Die abgebildeten Informationen können ohne Vorankündigung jederzeit geändert oder ergänzt werden. Die Betreiber sind nicht verpflichtet, die Datenbank in irgendeiner Weise zu aktualisieren oder zu überarbeiten.

Gut vorbereitet ins Beratungsgespräch

Gute Beratung

Von einem Beratungsgespräch bei einer Bank oder einer unabhängigen Berater*in brauchen Sie sich nicht einschüchtern zu lassen. Unter „Gute Beratung“ erfahren Sie durch Videos und Quiz-Fragen, was bei dem Gespräch wichtig ist und worauf Sie achten können, damit Ihre Nachhaltigkeitsziele berücksichtigt werden. Eine Checkliste zur guten Beratung hilft Ihnen, das Gelernte während der Beratung anzuwenden oder Ihre Beratung hinterher zu bewerten.

Zum Bereich "Gute Beratung"

Geldanlage ist nicht zuletzt eine Frage des Vertrauens. Je besser Sie selbst verstehen, was mit Ihrem Geld passiert, desto weniger sind Sie auf dieses Vertrauen angewiesen. Das ist nicht immer einfach und bequem. Um optimale Produkte empfohlen bekommen zu können, müssen Sie sich über viele Fragen Gedanken machen. Auch bestimmte Zahlen zu Ihrer finanziellen Situation bereit zu halten, ist im ersten Moment lästig, aber notwendig um die besten Ergebnisse zu erzielen.

Rufen Sie sich in Erinnerung, dass die Beratung vor allem für Sie stattfindet. Es ist Ihr gutes Recht, Fragen zu stellen. Das lässt Sie nicht dumm vor der Berater*in dastehen, sondern zeigt, dass Sie sich mit dem Thema ernsthaft auseinander setzen. Eine gute Vorbereitung hilft Ihnen aber, sich selbst sicherer zu fühlen und auf Fallen achten zu können.

Um zu testen, wie gut Beratungen durchgeführt werden, hat 2° Investing Initiative Test-Beratungen in Frankreich durchgeführt. Rund 100 Mal haben Testkäufer*innen Banken aufgesucht, sich beraten und Produkte empfehlen lassen. In einigen Beratungen haben die "Mystery Shopper" ganz offen und deutlich klar gemacht, welche Nachhaltigkeitsziele sie haben.

Das Ergebnis der Beratungen: Immer wieder kam es vor, dass Beratungen unvollständig, zu allgemein oder nur im Interesse der Berater*innen durchgeführt wurden. Kundenprofile wurden nicht komplett erstellt, auf ausdrückliche Nachhaltigkeitsinteressen kaum bis gar nicht eingegangen und sogar manchmal unpassende Produkte empfohlen. 

Das ist für Kund*innen ein Warnsignal. Sie sollten daran denken, dass ein Beratungsgespräch auch ein Verkaufsgespräch ist, zumindest aus Sicht der Bank. Nachhaltigkeit ist (zur Zeit) noch kein Pflichtteil der Beratung. Deshalb wird das Thema oft vernachlässigt – der Fokus liegt finanziellen Aspekten eines Investments. Das zu ändern, setzt aber auch ein Umdenken in den Köpfen der Bänker*innen voraus. Kund*innen solllten ihre Rechte gut kennen und im Zweifel genau nachfragen können. 

Der Bereich „Gute Beratung“ gibt eine kurze Einführung in das Thema der Anlageberatung. Es soll Kund*innen die Angst vor dem Thema nehmen und auf wichtige Fallstricke hinweisen. Die meisten sitzen schließlich, anders als ihre Berater*innen, nicht jeden Tag in solchen Beratungsgesprächen.

Das Material unter "Gute Beratung" kann ein erster Schritt sein, sich mit Ihrem Geld auseinander zu setzen. Sollten Sie mit Ihrer Beratung unzufrieden sein, wenden Sie sich an Ihre Bank - oder bei gravierenden Verstößen an die Bankenaufsicht. In Deutschland können Sie Ihre Beschwerde direkt über das Online-Beschwerdeformular bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsich (BaFin) einreichen.  

 

Wenn Sie mehr wissen wollen

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